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Wie wird eine Pflanze zum Bonsai?

Nachdem eine Rohpflanze (das kann eine Baumschulpflanze sein, eine ältere Gartenpflanze oder ein Naturfindling) eine Erstgestaltung bekommen hat, braucht es noch einige Jahre für den Aufbau der feinen Aststrukturen mit entsprechender Grünmasse.

Hier einige Beispiele für Erstgestaltungen:

 

Wacholder-Rohling

Einem über Jahre hinweg gut verschulten und immer wieder im Kronenbereich zurück geschnittenen Wacholder wird eine Form gegeben. Der  Stamm, der bis in die Spitze fast in gleicher Stärke verläuft, muss so geschickt gewendet werden, dass eine neue Baumspitze entstehen kann. Die Äste noch richtig angeordnet und mit ein wenig Geduld und guter Pflege kann in 2 - 3 Jahren ein recht beeindruckender Bonsai entstehen.

Der gleiche Baum von verschiedenen Seiten fotografiert:

                                die gewählte Vorderseite

 

Ich entschied mich anhand der Astanordnung für die geneigte Form mit Totholz an der Spitze. Nach der Erstgestaltung im Februar 2006 sieht der angehende Bonsai so aus:

                    

                                                                                                       

 

                  Meine Skizze lässt das

spätere Erscheinungsbild

    erkennen.

 

                      

 

 

                                                           

Weil die Feinverzweigung der Wurzeln in Stammnähe sehr gut war, konnte ich den Wacholder gleich in eine Bonsaischale setzen. Nach nur 5 Monaten hatte der Baum kräftig Grünmasse zugelegt - gedüngt wurde ausschließlich mit Biogold. Nach dem ersten Rückschnitt zeigte sich der Wacholder im Juli 2006 in einem äußerst gesunden Zustand

                                                      Im Feb.07  musste der Baum entdrahtet werden, die Spanndrähte

                                                          aber blieben erhalten. Der Stamm bekam einen Shari.

                                                                                      

  März 2007      August 2008 - Shari mit Jinmittel aufgefrischt....

In nur 2 Jahren entstand dieser Wacholderbonsai ähnlich der Skizze - nach dem Entfernen der letzten Spanndrähte darf dieser Bonsai bald auf Ausstellungen.

 

 

Weißföhre

Die kugelig gewachsene Föhre muss deutlich ausgelichtet werden, damit die verwendbaren Äste sichtbar werden.

                  

Die Totholzteile werden noch vor den Drahtungsarbeiten grob herausgearbeitet, dann werden die Äste gedrahtet und zurechtgebogen.

          

Nach der endgültigen Entscheidung der Vorderseite und weiteren Fräsarbeiten topfe ich die Kiefer Ende Februar 07 in Kiryu-Granulat von 5 mm Körnung.

     Der Stammansatz hat einen Durchmesser von 12 cm,

     die Höhe des Baumes ohne Schale beträgt 60 cm.

    

     In den nächsten Jahren wird an der Grünmasse gearbeitet, so dass die Nadelpolster dichter und

     kleiner werden.

 

 

 

 

    

 

 

 

 

Wacholder - Juniperus squamata

Die ersten Fotos wurden nach dem Auslichten einiger Äste gemacht. Die künftige Struktur ist bereits gut sichtbar.

                    

 

Gedrahtet und geformt ergibt sich schnell die Vorderseite. Der gut verzweigte Wurzelballen mit vielen feinen Faserwurzeln erlaubte den drastischen Rückschnitt und der Baum konnte gleich in eine passende Schale gepflanzt werden.

  

   Das Ergebnis Ende Februar 2006

                                                                  Ein Jahr später im März 2007 mussten die feinen Drähte abgenommen

                                                                  werden.

                                                                 

 

 

Wacholder

Ein etwa 30 jähriger blauschuppiger Wacholder wurde einer Erstgestaltung unterzogen. Die Pflanze wuchs bisher in einem Pflanztrog und hatte eine Höhe von ca. 70 cm und die doppelte Breite.

Von allen Seiten fotografiert:

      

  Im ersten Bild erkennt man die spätere Vorderseite.

  Die wenigen dicken Äste am Stamm wurden ausgelichtet und es ergab sich schließlich die 

  künftige Baumform. Die Äste dieses Wacholders wurden mit einem Gummiband umwickelt,

  damit sie nicht brechen, anschließend das Totholz gefräst und alle Äste, auch die kleinsten,

  gedrahtet.

 

Die folgenden Fotos veranschaulichen die Gestaltungsarbeiten:

     

        

Bereits in der Schale:

   Die Grundform ist herausgearbeitet.

   Im heurigen Jahr muss auf ausreichende Düngung und auf einen vollsonnigen Standort

   geachtet werden.

 

 

 

  

 

 

 

 

Kiefer - Pinus sylvestris

Diese Kiefer wurde vor einigen Jahren gefunden und ausgegraben. Im Pflanzgefäß bildete sich eine sehr üppige Mykorrhiza, was auf gesundes Wurzelwachstum hinweist.

Der Stammansatz weist eine natürlich gewachsene Krümmung auf, die uns veranlasst hat, aus der Pflanze einen Halbkaskadenbonsai zu gestalten. Der linke, nach oben weisende Ast, musste dazu nach unten gebracht werden. Dies gelang durch Umwickeln mit einem Gummiband und durch das Einlegen von stärkerem Kupferdraht.

       

       

Jetzt muss noch eine passende Schale gefunden werden - auch eine Muschelschale käme in Frage. In den nächsten Jahren liegt die Priorität darin, eine dichte Knospenbildung zu erreichen, damit die Astetagen reifer und kompakter erscheinen. (März 2007)

 

 

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E-Mail: hackl@bonsai-ecke.at